Arvenholz und Geselligkeit: Was steckt hinter der Behauptung?
«Arve macht gesellig und kommunikativ» – diese Aussage liest man immer wieder. Doch kann ein Holz tatsächlich beeinflussen, wie kontaktfreudig wir uns fühlen? Eine häufig zitierte Untersuchung liefert einen interessanten Hinweis, rechtfertigt aber kein allgemeines Wirkungsversprechen. Wir ordnen die Ergebnisse ein.
Woher stammt die Aussage?
Die Behauptung geht unter anderem auf eine Untersuchung von JOANNEUM RESEARCH aus dem Jahr 2003 zurück. Das Forschungsteam verglich Räume mit Zirbenholz und Holzdekor sowie in einer weiteren Untersuchung Betten aus diesen Materialien. Arve und Zirbe sind regionale Namen für dieselbe Baumart.
Neben körperlichen Messwerten erfassten die Forschenden das persönliche Befinden anhand von Fragebögen. Eine der untersuchten Kategorien war die sogenannte «soziale Extravertiertheit». Dazu gehörten Selbsteinschätzungen wie gesellig, mitteilsam und kontaktfreudig.
Was wurde beobachtet?
Im Raumvergleich lagen die Angaben zu dieser Befindenskategorie im Zirbenraum etwas höher. Der Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant.
Beim Bettenvergleich mit 15 Teilnehmenden zeigte sich hingegen ein statistisch signifikanter Unterschied: Nach dem Schlaf im Zirbenbett schätzten sich die Personen morgens auf dieser Skala kontaktfreudiger ein als nach dem Schlaf im Holzdekorbett.
Macht Arve also geselliger?
So allgemein lässt sich das nicht sagen. Die kleine Untersuchung liefert einen Hinweis auf Unterschiede im subjektiven morgendlichen Befinden unter bestimmten Versuchsbedingungen. Sie belegt weder eine dauerhafte Veränderung der Persönlichkeit noch, dass Menschen durch Arvenholz tatsächlich mehr oder bessere Gespräche führen.
Auch eine Übertragung auf andere Produkte wäre nicht gerechtfertigt: Aus einem Vergleich von Betten lässt sich nicht ableiten, dass Arvenkissen, Duftkugeln oder Arvenöl geselliger oder kommunikativer machen.
Arvenholz als Teil einer gemütlichen Einrichtung
Unabhängig von dieser Untersuchung lässt sich Arvenholz für seine sichtbaren und sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften schätzen: die helle Holzfarbe, die markante Maserung mit ihren Aststellen und den charakteristischen, harzig-holzigen Duft.
Ob Ihnen ein Raum mit Arvenholz gefällt und ob Sie seinen Duft als angenehm empfinden, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Für eine gemütliche Wohn- oder Gaststube spielen zudem viele Dinge zusammen – etwa Licht, Einrichtung, Sitzkomfort und die Menschen, mit denen Sie Zeit verbringen.
Unser Fazit
Die Aussage «Arve macht gesellig und kommunikativ» geht über das hinaus, was die häufig zitierte Untersuchung belegen kann. Es gibt einen interessanten Befund aus einer kleinen Untersuchung zum morgendlichen Befinden. Ein allgemeines Wirkungsversprechen für Arvenholz oder einzelne Arvenprodukte lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Wer Arvenholz mag, darf sich an seinem Duft, seiner Maserung und seiner natürlichen Ausstrahlung erfreuen – ganz ohne die Erwartung, dadurch kontaktfreudiger zu werden.
Quelle: JOANNEUM RESEARCH, Endbericht «Evaluation der Auswirkungen eines Zirbenholzumfeldes auf Kreislauf, Schlaf, Befinden und vegetative Regulation», Oktober 2003. Relevant sind insbesondere die Abschnitte zum Befinden auf den gedruckten Seiten 32 und 42. Originalbericht als PDF lesen.